Wir haben die Wahl

Viele von uns finden den Schrecken und das Ausmaß des Holocaust unvorstellbar, auch wenn wir wissen, dass es passiert ist. Die Fähigkeit der Menschheit zur Grausamkeit ist schwer zu erfassen – noch schwerer, als sich vorzustellen, ihr ausgesetzt zu sein. Wo war Gott? Wie konnte Gott das zulassen? Gibt es Gott überhaupt? Das sind sehr schwierige und qualvolle Fragen. Aber lassen Sie uns versuchen, ein etwas Licht und Klarheit in diese Angelegenheit zu bringen.

Wenn Ihnen jeden Tag jemand sagen würde: “Ich liebe dich”, aber diese Person wäre dazu gezwungen es zu sagen, wäre das echte Liebe? Nein. Wahrer Ausdruck der Liebe kommt von einer aktiven Entscheidung zur Liebe. Aber weil wir diese Freiheit der Liebe haben, haben wir auch die Freiheit und die Möglichkeit, zu hassen und Böses zu tun, oft mit schrecklichen Folgen.

Der Holocaust ist ein Paradebeispiel dafür, dass die Menschheit fähig ist, Böses zu tun. Wir kennen vielleicht nicht die Gründe, warum Gott dies zugelassen hat. Dennoch nahm Gott Anteil am Leiden seines auserwählten Volkes. Er war nicht distanziert.

Er leidet mit uns

Wir glauben, dass der Gott Israels in diese Welt kam und den schmerzhaftesten Tod erlebt hat, den man sich vorstellen kann: die Kreuzigung. Doch ist Er auch von den Toten auferstanden. Der Philosoph John Lennox sagte: “Gott ist nicht fern von unserem menschlichen Leiden geblieben, sondern ist Teil davon geworden”. Wir können Gott nicht nur vertrauen, weil er menschliche Qualen erlebt hat, sondern auch, weil er uns durch seine Auferstehung Hoffnung auf das ewige Leben gibt.

Man kann das Kreuz, an dem Jeschua für unsere Sünden gelitten hat, nicht mit den Todeslagern wie Auschwitz gleichsetzen. Doch der Messias, der dazu bestimmt war, zu sterben und die Prophezeiung des Kapitels Jesaja 53 zu erfüllen, verstand die Qual des menschlichen Leidens auf einer Ebene, die sich nur wenige von uns, außer den Opfern des Holocaust, vorstellen können. Sein Leiden macht den Holocaust nicht angenehmer, aber es hilft uns zu sehen, dass Gott unsere Qualen ein wenig mehr verstehen kann, als wir dachten.

Von Jonathan Mann und Bruce Kleinberg

Jesus weinte

Wo war der Messias Jeschua während des Holocaust? Wenn Er tatsächlich der Messias ist, warum hat dann das Böse überhand genommen und warum hat Er sein auserwähltes Volk nicht gerettet? Das sind Fragen, die schwer zu beantworten sind, aber es gibt einen Vers im Neuen Testament, der uns hilft, die Beziehung zwischen Jeschua und seinem Volk zu verstehen. Der Vers ist einer der kürzesten in der gesamten Bibel und lautet wie folgt: “Jesus weinte.” (Johannes 11:35)

Er weinte wegen des Todes seines Freundes Lazarus und weil er seine jüdischen Mitmenschen liebte! Aber dies ist nicht die einzige Situation, bei der Jesus über das jüdische Volk weinte.

Im Lukasevangelium lesen wir die folgende Passage: “Und als er nahe hinzukam und die Stadt sah, weinte er über sie.” (Lukas 19,41)

Diesmal weinte er, weil er wusste, dass die Römer in naher Zukunft die Stadt Jerusalem zerstören würden. Derjenige, an den so viele von uns glauben, ist der verheißene Messias Israels, der sein Volk liebt. Nach dem Neuen Testament wird er eines Tages zurückkehren, um als König von Israel zu regieren, die Feinde des jüdischen Volkes zu vernichten und diejenigen zu richten, die versucht haben, das jüdische Volk im Laufe der Jahrhunderte zu vernichten (Offenbarung 19:15, Sacharja 14:1-5).

Dies kann nicht die ganze Frage beantworten, warum Er das Leiden des Holocaust zuließ. Jüdische Menschen versuchen seit Jahrzehnten herauszufinden, wo Gott während des Holocaust war. Auch hier verstehen wir die Gründe, warum der Herr sein auserwähltes Volk leiden ließ, nicht ganz, aber wir wissen, dass er sein Volk liebt und diejenigen, die das jüdische Volk verfolgt haben, eines Tages vor unserem jüdisch-messianischen Richter zur Verantwortung gezogen werden.

Von Dr. Mitch Glaser, einem messianischen Juden aus Brooklyn, New York

von Wladimir Pikman

Am Abend des 5. April dieses Jahres werden sich Juden weltweit mit ihren Familien und engen Freunden an den Tisch setzen, um das Pessach-Seder zu feiern. Sie haben dies von Generation zu Generation getan, wie Gott es befohlen hat. Die Einzelheiten mögen in den verschiedenen jüdischen Gemeinden variieren, aber die Kernelemente sind seit der Zeit Moses‘ konstant geblieben: das Lamm (Pessach), bittere Kräuter und ungesäuertes Brot (2. Mose 12,8). Die Menschen gedenken an den Exodus aus Ägypten so, wie sie glauben, dass alle vorangegangenen Generationen dies getan haben. Was können wir als Nachfolger Jeschuas (Jesu), des Messias, durch die Feier des Pessachfestes über Gottes Liebe lernen?

Exodus aus Liebe

Pessach ist ein Fest der Freiheit. In der jüdischen Tradition ist es jedoch auch als das Fest der Liebe bekannt.
In der Eröffnung der Pessach-Haggada – der Liturgie des Seders – heißt es:

„Und Du hast uns, Herr, unser Gott, bestimmte Zeiten des Glücks, Feiertage und besondere Zeiten der Freude gegeben, dieses Fest der Mazzot, unsere Zeit der Freiheit [in Liebe], eine heilige Zusammenkunft zum Gedenken an den Exodus aus Ägypten. In deiner gnädigen Liebe hast du uns deine besonderen Zeiten des Glücks und der Freude gewährt.“

Die Liebe Gottes stand schon immer im Mittelpunkt des Werkes seiner Erlösung.
Dies wird im Exodus besonders deutlich. Die Geschichte von Pessach zeugt von der besonderen Liebe zwischen Gott und dem Volk Israel. Zu Beginn der Geschichte, als Gott Mose aussandte, um die Israeliten aus dem Land Ägypten zu führen, nennt er Israel „meinen Sohn, meinen Erstgeborenen“ (2. Mose 4,22). Gott zeigt seine Liebe durch seine barmherzige Reaktion auf das Leiden der Israeliten. Seine Liebe zeigt sich in seiner Treue. Mit anderen Worten: Er hat den Exodus aus Liebe veranlasst.

„Und die Israeliten seufzten über ihre Knechtschaft und schrien, und ihr Schreien aus ihrer Knechtschaft stieg auf zu Gott.Und Gott erhörte ihr Wehklagen und gedachte an seinen Bund mit Abraham, Isaak und Jakob. Und Gott sah auf die Israeliten und nahm sich ihrer an.“ (2. Mose 2,23-25)

 „Und der HERR sprach: Ich habe das Elend meines Volkes in Ägypten sehr wohl gesehen, und ich habe ihr Geschrei gehört über die, welche sie antreiben; ja, ich kenne ihre Schmerzen.Und ich bin herabgekommen, um sie zu erretten aus der Hand der Ägypter und sie aus diesem Land zu führen in ein gutes und weites Land, in ein Land, in dem Milch und Honig fließt, an den Ort der Kanaaniter, Hetiter, Amoriter, Pheresiter, Hewiter und Jebusiter. Und nun siehe, das Geschrei der Kinder Israels ist vor mich gekommen, und ich habe auch ihre Bedrängnis gesehen, wie die Ägypter sie bedrücken.“ (2. Mose 3,7-9)

Gott betont ausdrücklich, dass der Auszug aus Ägypten aus  Liebe heraus zu seinem Volk Israel geschah:

„Nicht deshalb, weil ihr zahlreicher wärt als alle Völker, hat der HERR sein Herz euch zugewandt und euch erwählt — denn ihr seid das geringste unter allen Völkern —, sondern weil der HERR euch liebte und weil er den Eid halten wollte, den er euren Vätern geschworen hatte, darum hat der HERR euch mit starker Hand herausgeführt und dich erlöst aus dem Haus der Knechtschaft, aus der Hand des Pharao, des Königs von Ägypten.“ (5. Mose 7,7-8)

Das Volk Israel war nicht rechtschaffen (5. Mose 9,5-6), aber Gott führte es aufgrund seiner Liebe und Treue in das Land (5. Mose 437). Gottes väterliche Liebe war die Grundlage für die Aussonderung und Erlösung des jüdischen Volkes und für seine bedingungslose, enge Beziehung zu ihm trotz seiner Ungerechtigkeit (Sprüche 10:12).

Geliebt, um zu lieben

In 3. Mose 23 wird das Pessachfest als erster Feiertag des religiösen Kalenders genannt. Das Bewusstsein von Gottes Liebe, das während des Pessachfestes besonders hervorgehoben wurde, erinnerte das Volk Israel an seinen Wert in Gottes Augen. Gott hat die Beziehung eingeleitet, und seine Liebe gab dem jüdischen Volk die Sicherheit und den Mut, das ganze Jahr über seine Verantwortung aus dem Bund wahrzunehmen.

Die Liebe Gottes, die regelmäßig an heiligen Festtagen wie dem Pessachfest gefeiert wird, soll natürlich die Liebe seines Volkes zu ihm stärken. In einem abschließenden Abschnitt des Seders, in der zweiten Hälfte des Hallel, wird Psalm 116:1-2 zitiert:
„Ich liebe den HERRN, denn er hat erhört meine Stimme und mein Flehen; denn er hat sein Ohr zu mir geneigt; darum will ich ihn anrufen mein Leben lang.“

Dieser Psalm wird König David zugeschrieben und bezieht sich auf seine Lebensumstände. In der jüdischen Pessach-Tradition wird dieser Text jedoch auch mit der Befreiung aus der Sklaverei in Ägypten in Verbindung gebracht. Er bekräftigt, dass die Erlösung durch Gott die Liebe der Erlösten zum Erlöser hervorbringt. Von Gott geliebt zu werden und ihn zu lieben, soll die Menschen ganz natürlich dazu ermutigen, andere zu lieben. Das jährliche Gedenken an die Exodus-Geschichte trägt dazu bei, diese Haltung zu kultivieren.

„Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. … Der Fremde, der bei euch wohnt, soll für euch wie ein Einheimischer unter euch sein; darum sollt ihr den Fremden lieben wie euch selbst, denn ihr wart Fremde im Land Ägypten. Ich bin der Herr, dein Gott.“
(3. Mose 19,18.34)

Das Hohelied der Liebe

Während des Pessachfestes lesen die Juden das Hohelied der Liebe, ein leidenschaftliches, romantisches, explizitesund sogar erotisches Liebesgedicht, das die Beziehung zwischen einem Mann und einer Frau beschreibt. Aus jüdischer Sicht besteht eine tiefe Verbindung zwischen diesem Gedicht und Pessach. Seit der Antike sehen die jüdischen Rabbiner im Hohelied einen Ausdruck der Bundestreue zwischen Gott und dem jüdischen Volk. Dieses Gedicht fügt der großen Liebesgeschichte des Exodus Leidenschaft und Romantik hinzu.

Diese Geschichte ist für alle Christen von Bedeutung. Vor etwa zweitausend Jahren geschah während der Feier des Pessachfestes etwas Außergewöhnliches: Gott hat seine Liebe erneut auf wundersame Weise offenbart. „Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern ewiges Leben hat.“ (Johannes 3,16). Es ist kein Zufall, dass Jeschua (Jesus), der Messias, während des Pessachfestes – dem Fest der Liebe – starb und auferweckt wurde. Jesus hat aus Liebe gehandelt.

Seine Auferstehung ist die endgültige Bestätigung der Liebe Gottes zu allen Völkern. Gott schenkt diese Passah-Liebesgeschichte allen Menschen, und durch Gottes Gnade sind alle, die Christus nachfolgen, jetzt Teil dieser Geschichte!

Als Christen erinnert uns das Pessachfest daran, wie es die ersten Jünger des Messias daran erinnerte, seinem Beispiel in der Liebe zu Gott und zu anderen Menschen zu folgen. Gott liebt uns barmherzig und bedingungslos. Seine Liebe zeigt sich in dem, was er sagt und tut. Er liebt uns sehr – gehen wir hin und tun wir es ihm gleich!

Dieser Artikel wurde zuerst am 30. März 2023 auf Englisch im „Dallas Theological Seminary Magazine“ veröffentlicht.

Schalom liebe Freunde,

auch in Corona-Zeiten wollten wir nicht auf das Passahfest verzichten! Deshalb entstand 2020 die Idee eines Online-Live-Passahseders. Die Aufnahme stellen wir Ihnen gerne zur Verfügung, sodass Sie auch in diesem Jahr an einem Seder teilnehmen können. (Seder bedeutet auf Hebräisch “Ordnung” im Sinne von “Ablauf” des Passahmahls.)

Das Passahfest beginnt am Abend des 12. April 2025. Wir wollen die Beit-Sar-Shalom-Community herzlich dazu einladen, ab 18 Uhr sich zum Online-Seder (Aufnahme, nicht live) dazuzuschalten und gemeinsam das Passahfest zu feiern.

Erleben Sie ein jüdisch-messianisches Passahseder und lernen Sie, wie der Passahmahl-Ablauf und seine Bestandteile auf den Messias Jeschua (Jesus) und Seinen Heilsplan hinweisen und die Grundlage des Abendmahls sind.
Die Teilnahme ist ohne Voranmeldung möglich und kostenlos!

 

Den Ablauf mit Erklärungen gibt es zum Herunterladen hier:

Seder-Ablauf-Haggadah.pdf

Sie wollen nicht nur zuschauen, sondern aktiv die Bedeutung des Passahfestes miterleben? Besorgen Sie sich einfach einige Zutaten und bereiten Sie diese vor der Veranstaltung zu, dann können Sie interaktiv teilnehmen.
Alle weiteren Infos und was Sie dafür brauchen, finden Sie hier:

Vorbereitung für den Sederabend

Wir würden uns über Ihre Teilnahme sehr freuen!

Mit herzlichem Schalom,

Ihr Beit-Sar-Shalom-Team

Jeschua feierte den Seder mit seinen Jüngern. Begleiten Sie uns auf einer schnellen Überblicksreise durch die Hauptelemente eines traditionellen Passach-Seders, die besonders bedeutungsvoll für Gläubige an Jeschua sind.

Das Entfernen des Sauerteiges
Vor dem Beginn des Passah muss jeglicher Sauerteig, der ein Symbol für Sünde ist (1. Kor 5:6-8), aus dem jüdischen Haus entfernt werden. Das Haus wird von oben bis unten gereinigt und alles, was Sauerteig enthält, wird entfernt. Am Abend vor dem Seder nimmt der Hausvater die traditionellen Reinigungsutensilien: eine Feder, einen Holzlöffel und eine Tüte, und durchsucht das Haus nach Sauerteigstückchen, die vielleicht übersehen wurden.

Das Anzünden der Kerzen
Die Hausfrau zündet die Passahkerzen an und sagt einen entsprechenden Segenspruch. Es ist bedeutsam, dass eine Frau das Licht in das Haus bringt, weil auch durch eine Frau das Licht der Welt, der Messias Jeschua, in die Welt kam (Luk 1:28-33; 2:32).

Das Händewaschen
Die Familie sitzt um den Tisch herum und alle waschen zeremoniell ihre Hände mit einem besonderen Gefäß und Handtuch. Jesus übernahm diese Tradition. Aber anstatt seine Hände zu waschen stand er vom Tisch auf und wusch die Füße der Jünger. Damit gab er uns eine Unterweisung in Demut, die ohnegleichen ist (Joh 13:2-17).

Der erste Weinkelch
Der Seder beginnt mit einem Segen, der über dem ersten von vier Bechern mit Wein ausgesprochen wird: „Gelobt seist Du, Ewiger, unser Gott, König der Welt, der Du die Frucht des Weinstocks erschaffst.“ Jesus selbst segnete den ersten Becher (Luk 22:17-18).

Die Haggadah
Haggadah bedeutet „das Erzählen“ – das Erzählen der Geschichte vom Passah. Die Geschichte wird hauptsächlich als Antwort auf vier Fragen erzählt, die von den Kindern gestellt werden: warum ist diese Nacht anders als alle anderen Nächte? Der Vater fährt fort, die Geschichte vom Auszug aus Ägypten zu erzählen, indem er aus einem Buch, genannt „Die Haggadah“, vorliest und dabei Symbole und gegenständliche Lektionen verwendet, um der Aufmerksamkeit der Kleinen sicher zu sein.

Der zweite Weinkelch
Der zweite Kelch soll uns an die zehn Plagen und das Leiden der Ägypter erinnern, als sie ihr Herz gegenüber dem Herrn verhärteten. Um uns nicht über das Leiden unserer Feinde zu freuen (Spr 24:17), verschütten wir etwas Wein (was ein Symbol der Freude ist) bei dem Aufzählen jeder der zehn Plagen. Das erinnert daran, dass unsere Freude durch das Leiden anderer verringert wird.

Das Afikoman
Nun findet eine kuriose Tradition statt. Auf dem Tisch befindet sich eine Tasche mit drei Fächern und drei Stücken Matzen. Das mittlere Stück Matze wird herausgenommen, gebrochen, und eine Hälfte wird zurück in die Tasche getan. Die andere Hälfte wird in eine Stoffserviette eingewickelt und versteckt, um später nach dem Mahl herausgenommen zu werden.

Der Sederteller
Es wurde eine Reihe gegenständlicher Lektionen ersonnen, um die Geschichte zu verdeutlichen und der Aufmerksamkeit der Kleinen während des Passah-Seders sicher zu sein. Diese Gegenstände bekommt jede Person zu schmecken, da jeder angewiesen ist sich so zu fühlen, als wenn er selbst an der Flucht aus Ägypten teilgenommen hätte.

Karpas – Grünes
Karpas (normalerweise Petersilie) ist ein Symbol für das Leben. Die Petersilie wird in Salzwasser, ein Symbol für Tränen, getunkt und dann gegessen, um uns zu erinnern, dass das Leben unserer Vorväter in Tränen getaucht war.

Bejzah – Ei
Ein gekochtes Ei befindet sich auf dem Sederteller, um das tägliche Brandopfer im Tempel in Erinnerung zu bringen. Inmitten des Passah-Seders wird das jüdische Volk daran erinnert, dass es kein Opfer mehr hat, das es vor Gott gerecht macht.

Maror – Bittere Kräuter
Dabei handelt es sich normalerweise um Meerrettich. Davon wird zumindest so viel gegessen (auch mit Matzen), dass er Tränen in die Augen treibt. Wir können nicht die Süße der Erlösung wertschätzen, bevor wir nicht selbst zuerst die Bitterkeit der Sklaverei erleben.

Charosset
Charosset ist eine süße Mischung von zerkleinerten Äpfeln, gehackten Nüssen, Honig, Zimt und etwas Wein. Diese süße, teigige, braune Mischung ist symbolisch für den Mörtel, den unsere Vorfahren benutzten, um in Ägypten Ziegel herzustellen. Warum erinnern wir uns an eine so bittere Erfahrung mit etwas so Süßem? Die Tradition besagt: sogar die bitterste Arbeit kann süß sein wenn die Erlösung naht. Das ist im Besonderen wahr für Gläubige an den Messias. Wir können das Süße sogar in den bittersten Erfahrungen finden, weil wir wissen, dass unser Herr naht.

Das Lamm
Auf dem Seder-Teller befindet sich eine angebratene Lammkeule (oder ähnliches) mit wenig Fleisch. Damals in Ägypten, als Gott das Volk aus der Sklaverei in die Freiheit brachte, wurden die jüdischen Erstgeborenen vom Todesengel verschont, indem das Blut eines makellosen Lammes an die Türpfosten ihrer Häuser gestrichen wurde. Heute glauben wir, dass Jesus dieses vollkommene Passahlamm ist. Und wenn wir sein Blut an die „Türpfosten“ unseres Herzens streichen, dann gehen auch wir vom Tod ins Leben hinein, aus der Sklaverei der Sünde in die Freiheit als erlöste Kinder Gottes. So wie Johannes der Täufer sagte, als Jesus zu ihm kam, „Siehe, das Lamm Gottes, welches die Sünde der Welt wegnimmt!“ (Joh 1:29)

Das Mahl
Ah, selbst mittels der Wunder der modernen Technologie können wir Ihnen dennoch nicht den unvergesslichsten Teil des Passahs bringen, … das Essen!

Das Finden des Afikomens
Inzwischen suchen die Kinder nach dem Afikomen, welches in eine Serviette eingewickelt und vor dem Essen versteckt wurde. Jedes Kind rennt herum, um der erste zu sein, der das Afikomen findet, um den Preis zu beanspruchen, der dem glücklichen Finder zusteht. Nachdem der Leiter das Afikomen wiederbekommen hat, bricht er es in Teile und verteilt ein kleines Stück an jeden, der am Tisch sitzt. Jüdische Menschen verstehen diese Tradition nicht wirklich, aber Tradition muss man nicht verstehen – nur befolgen! Jedoch wird weitläufig geglaubt, dass diese Teile des Afikomens ein gutes und langes Leben denen bringen, die es essen.

Die Tradition datiert vermutlich zurück in die Zeit Jesu. Wenn dies der Fall ist, dann erhält Lukas 22:19 eine größere Bedeutung: „Und er nahm Brot, dankte, brach es und gab es ihnen und sprach: ‚Dies ist mein Leib, der für euch gegeben wird; dieses tut zu meinem Gedächtnis.’“ Denn Jesus der Messias hatte das mittlere der drei Matzenstücke genommen. Das Stück wurde gebrochen, so wie sein Leib gebrochen werden sollte. Es wurde in eine Serviette aus Leinen eingewickelt, so wie er in Leinen zum Begräbnis gewickelt werden sollte. Es wurde versteckt, so wie er begraben werden sollte. Es wurde zurückgebracht, so wie er auferstehen sollte. Und es wurde an die verteilt, die mit ihm zusammensaßen, so wie er sein Leben all denen geben würde, die an ihn glauben. Als er das tat, war ihm bewusst, dass dieses mittlere Stück Matze seinen eigenen, sündlosen Leib bedeutete, gegeben für die Erlösung seines Volkes. So wie die Matze gestreift und durchlöchert ist, so sollte sein eigener Leib gestreift und durchbohrt werden, und es ist durch diese Wunden, dass wir geheilt sind (Jesaja 53,5). Dieses mittlere Stück Matze (das Afikomen) ist unser Brot des Abendmahls.

Der dritte Weinkelch
Der dritte Weinkelch wird nach dem Essen des Afikomens genommen. Es ist der Kelch der Erlösung, der uns an das vergossene Blut des Lammes erinnert, das unsere Befreiung von Ägypten brachte. Jeschua nahm den dritten Kelch, den Kelch der Befreiung, und sagte (z.B. in Lukas 22,20 und 1. Kor 11,25): „Desgleichen auch den Kelch nach dem Mahle und sagte: ‚Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blute; dies tut, so oft ihr trinket, zu meinem Gedächtnis.’“ Das ist unser Kelch des Abendmahls.

Der vierte Weinkelch
Der vierte Kelch ist der Kelch des Hallel, was auf Hebräisch „Lobpreis“ bedeutet. Wir sehen, dass Jeschua am Ende des Passah-Seders, seinem letzten Abendmahl, sich auch Zeit nahm, um den Herrn zu preisen (z.B. Matthäus 26,30; Markus 14,26; Johannes 17). Jeschua, das perfekte „Passahlamm“ hatte Lobpreis auf den Lippen, als er in seinen Tod ging.

Der Kelch für Elia
Ein Platz bleibt leer für Elia, den Propheten, den Ehrengast eines jeden Passahmahles. Das jüdische Volk erwartet, dass  Elia zu Passah kommt, um das Kommen des Messias anzukündigen (Mal 4,5). So wird ein extra Platz reserviert und ein Becher mit Wein gefüllt. Die Herzen sind in Erwartung, dass Elia kommt und die gute Nachricht verkündigt. Ein Kind wird zur Tür geschickt, um sie zu öffnen und zu sehen, ob Elia da ist. Jedes Jahr kommt das Kind enttäuscht zurück. Der Wein wird ausgegossen ohne angerührt worden zu sein. Unser Volk wartet und hofft auf den Messias – es erkennt nicht, dass der Messias schon gekommen ist. Aber die unter uns, die an Jeschua glauben, wissen, dass er der ist, von dem die Propheten sprachen. Er ist das fehlerfreie, fleckenlose Passahlamm, dessen Leib für uns gebrochen wurde, dessen Blut vergossen wurde und der jetzt lebt, um sein Leben an alle jene auszuteilen, die sein Blut an die „Türpfosten ihres Herzens“ streichen. Damit geht man vom Tod in das neue ewige Leben!

Es kam aber der Tag des Festes der ungesäuerten Brote, an dem das Passahlamm geschlachtet werden musste. Und ER sandte Petrus und Johannes und sprach: Geht hin und bereitet uns das Passahmahl, dass wir es essen!

(Lukas 22,7-8)

Präsentation – der Messias im Passahfest

Wäre es nicht etwas für Ihre Gemeinde oder Gruppe in der Osterzeit mehr über das biblische Passahfest zu erfahren oder sogar gemeinsam eine Passahfeier zu erleben?

Bei der “Messias im Passahfest” – Präsentation werden Sie lernen…

 

 

 

 

 

… wie das jüdische Passahmahl gefeiert wird.

 

 

 

 

 

… was die Symbole des Passahfests bedeuten.

 

 

 

 

 

… wie das Passahfest auf den Messias Jesus hinweist.

Der Höhepunkt der Präsentation ist die Erklärung des Abendmahls. Es wird anschaulich gemacht, wie Jesus im Obergemach mit den Jüngern das Passahmahl einnahm und auf seinen Tod und seine Auferstehung hindeutete. Gerne kann dann auf Ihren Wunsch hin auch gemeinsam mit der Gruppe das Abendmahl gefeiert werden.

Im Rahmen der Präsentation „Messias im Passahfest“ wird das Evangelium klar vermittelt und jeder Zuhörer wird mit der Botschaft konfrontiert, dass die Erlösung allein durch den Glauben an Jesus und durch Gnade geschieht.

Format

Wir kommen gerne in Ihre Gemeinde und gestalten eine “Messias im Passahmahl” – Präsentation nach Ihren Wünschen:

Die Inhalte können im Rahmen eines Gottesdienstes während der Predigt vermittelt werden oder Sie planen einen Vortrag mit uns. Dabei kann entweder ein interaktives Passahmahl gemeinsam gefeiert werden (mit oder ohne Abendessen) oder unsere Mitarbeiter gestalten einen reinen Vortrag. Sprechen Sie uns gerne auf die verschiedenen Möglichkeiten an und wir finden das Format, das am besten zu Ihrer Gruppe passt.

Die Präsentation ist für jedes Alter geeignet – auch Kinder sind herzlich willkommen!

Im Judentum gibt es wahrscheinlich kein fröhlicheres Fest als Purim! Was von außen wie der jüdische Karneval erscheint, hat aber tiefe biblische Wurzeln:

„Und Mordechai schrieb diese Geschichten auf und sandte Schreiben an alle Juden, die in allen Provinzen des Königs Ahasveros waren, nah und fern, sie sollten als Feiertage den vierzehnten und fünfzehnten Tag des Monats Adar annehmen und jährlich halten als die Tage, an denen die Juden zur Ruhe gekommen waren vor ihren Feinden, und als den Monat, in dem sich ihr Schmerz in Freude und ihr Leid in Festtage verwandelt hatten: dass sie diese halten sollten als Tage des Festmahls und der Freude und einer dem andern Geschenke und den Armen Gaben schicke. Und die Juden nahmen es an als Brauch, was sie angefangen hatten zu tun und was Mordechai an sie geschrieben hatte.“ (Esther 9,20-23)

Geschenke

Bis heute ist es ein wichtiger jüdischer Brauch, sich gegenseitig Geschenke zu senden, um die Freude über die Rettung und Bewahrung des jüdischen Volkes zu feiern. Nicht zu vergessen sind dabei die Geschenksendungen an Arme, welche an Purim in besonderer Weise bedacht werden.

Festessen

Zum Tag der Freude gehören natürlich festliche Speisen und auch Alkohol. Purim ist wohl der einzige Tag, an dem Juden auch etwas über den Durst trinken dürfen – nämlich „Ad lo yada“ (hebr. „bis man nicht mehr weiß“ … was der Unterschied zwischen „Gelobt sei Mordechai“ und „Verflucht sei Haman“ ist). Eine typische süße Speise zu Purim sind die „Hamantaschen“ oder „Hamanohren“, zu welchen Sie hier ein leckeres Rezept finden.

Lesung der Megillat Esther

Im Festgottesdienst wird das komplette Buch Esther (die „Megillat Esther“) vorgelesen. Immer, wenn der Name „Haman“ vorgelesen wird, soll so viel Lärm wie möglich gemacht werden. Dazu gibt es auch die typischen Purim-Ratschen. Dies rührt von dem Befehl Gottes her, die Erinnerung an Amalek auszulöschen. Haman zählt als ein Nachfahre Amaleks.

Purimspiel

Im Mittelalter entstand die Tradition, an Purim im sogenannten Purimspiel die Esther-Geschichte als Theaterstück aufzuführen. Dabei wurden oft aktuelle gesellschaftliche Probleme, wie die Unterdrückung oder der Hass gegen Juden spielerisch aufgenommen. Aus dieser Tradition heraus, wurden Kostüme und sogar Purim-Umzüge mit Verkleidung immer beliebter. Heute findet man sicherlich nicht nur „Königin Esther“, „König Ahasveros“ oder „Haman“ unter den Verkleidungen, sondern auch zahlreiche andere Kostüme.

Doch warum verkleidet man sich an Purim? Der rabbinischen Interpretation zufolge ist selbst Gott im Buch Esther verborgen und deshalb verbirgt man sich an Purim hinter Masken und Kostümen.